Coole Tipps

Besser Schlafen trotz Hitze

Die Hitze raubt den meisten von uns den Schlaf. Wie Sie trotz heißer Temperaturen nächtens cool bleiben, verrät die Expertin von der Schlafambulanz.

Man legt sich abends ins Bett – an Schlaf ist aber nicht zu denken. Derzeitiges Problem vieler sind die hohen Temperaturen, die spät abends noch die 25-Grad-Marke erreichen und das Ein- bzw. Durchschlafen nahezu unmöglich machen. Bis zu einem halben Liter Flüssigkeit verlieren wir in heißen Nächten. Und das ist überaus sinnvoll: Durch den abgesonderten Schweiß entsteht Verdunstungsenergie, die unserem Körper Hitze entzieht und kühlt. Generell wird dieser Kühlprozess von den meisten unterschätzt, sie neigen dazu, weitere kühle Maßnahmen zu ergreifen. Doch der vielversprechende Ventilator oder nacktes schlafen bergen ihre Gefahren. „Nachts werden Stoffwechselvorgänge verlangsamt, der Körper kühlt ab. Wer das unterschätzt, riskiert eine ordentliche Erkältung“, weiß Univ.-Doz. Dr. Gerda Maria Saletu-Zyhlarz, Leiterin der Schlafambulanz der Universitätsklinik für Psychiatrie in Wien. Sie verrät, welche Tipps den Schlaf in heißen Sommernächten optimieren, ohne dass wir dabei die Gesundheit aufs Spiel setzen:
 
Viel lüften!
Am besten Sie lüften morgens, direkt nach dem Aufstehen und abends, unmittelbar vor dem Zubettgehen. Idealerweise schaffen Sie einen Durchzug, dass die warme Wohnungsluft, durch frische, kühlere getauscht wird. Achtung: Nicht in der Zugluft schlafen – das kann in einer bösen Erkältung enden. Selbiges gilt auch für die Verwendung von Ventilatoren.
 
Alles abdunkeln
Tags über heißt es: Fenster zu! Halten Sie die warme Luft draußen und dunkeln Sie die Räume so gut es geht ab – dadurch erhitzt sich die Raumtemperatur deutlich weniger.
 
Die richtige Bettwäsche
Wie man sich bettet, so liegt man! Dicke Stoffe oder synthetische Textilien blockieren den Luftaustausch und konservieren die Körperwärme. Setzen Sie daher im Sommer auf helle, dünne und leichte Stoffe – die bringen deutlich weniger ins Schwitzen. Ideal sind Baumwolle und Seide. Tipp: Vor dem Zubettgehen die Bettwäsche im Tiefkühler kühlen – erleichtert das Einschlafen.
 
Rohkost? Lieber nicht!
Greifen Sie abends nicht zu rohem Obst und Gemüse. Denn diese setzen Gärungsprozesse frei, die uns wach halten. Besser: Trinken Sie ein Glas Milch zum Einschlafen. Mischen Sie zur Milch eine Banane, diese enthält die Aminosäure Tryptophan, die den körpereigenen Serotoninspiegel erhöht und spannungslösend wirkt. Außerdem fördern Mandeln und Zimt die Produktion des Schlafhormons Melatonin.

Externe Kühlung
Wer das Gefühl hat, gar nicht einschlafen zu können, kann durch das Kühlen der Pulsstellen an den Handgelenken – mittels kaltem Wasserstrahl – und in den Leisten – mittels nassem Lappen oder ­Coolpack – einen ganzheitlichen Kühlungseffekt erzielen.
 
Hände Weg vom Alkohol
Der berühmte Schlummertrunk wirkt bei Hitze leider kontraproduktiv: Alkohol bringt uns ins Schwitzen und wirkt sich negativ auf die Schlafqualität aus. Zudem wird der Harndrang angeregt, was gegen eine geruhsame Nacht spricht.
 
Kühlen Kopf bewahren
Selbst wenn Sie weniger schlafen, machen Sie sich keine Sorgen. Unser Körper braucht im Sommer nicht so viel Schlaf. Bleiben Sie cool!
 
 
 
Hilfe aus der Natur
Hafer wirkt beruhigend
Inhaltsstoffe: Kieselsäure, Flavonoide, Phosphor, Eisen, Mangan, Zink, Spurenelemente Bor und Jod, Triterpensaponine, Avenin, Kalziumsalze, Vitamine B, Vitamin E und Vitamin K
Verwendung: In der Volksmedizin ist der Hafer vor allem als Schlaf- und Beruhigungsmittel bekannt. Hildegard von Bingen beschrieb ihn mit den Worten „Hafer stärkt die Nervenkraft“. In unterschiedlichen Schriften tauchen weitere Anwendungsgebiete wie Husten, Blutreinigung und Diabetesbehandlung auf.

Lavendel fördert den Schlaf 
Inhaltsstoffe:  1–3 Prozent ätherisches Öl, Linalylacetat, Linalool, Gerbstoffe und Flavonoide
Verwendung:  Lavendelöl, insbesondere die darin enthaltenen Substanzen Linalool und Linalylacetat, wirken sich positiv auf Schlaf und Psyche aus. Wer schlecht einschläft oder nachts aufwacht, dem kann das Öl eventuell helfen. Denn dessen Inhaltsstoffe wirken Studien zufolge beruhigend und schlaffördernd. Zudem gibt es Hinweise, dass Lavendel einen angstlösenden Effekt haben könnte.
 
Hopfen kann mehr
Inhaltsstoffe: 15–30 Prozent Harz mit Hopfenbittersäuren Humulon und Lupulon (nur in weiblichen Hopfenzapfen enthalten), 0,5 Prozent ätherische Öle, Flavonoide, Proanthozyanidine, Gerbstoffe
Verwendung: Aufgrund seiner Bitterstoffe wurde der Hopfen in der Volksmedizin als appetitanregendes und verdauungsförderndes Mittel verwendet. Viel populärer war allerdings schon jeher der Einsatz von Hopfen bei nervöser Unruhe oder Schlaflosigkeit. In allen möglichen Darreichungsformen wurde und wird der Hopfen nach wie vor angewendet: Sei es als Ganzkörperbad, Tee, in Form eines Hopfenkissens oder einer Tinktur. 
 
So gut tut die Passionsblume 
Inhaltsstoffe: bis zu 2,5 Prozent Flavonoide (herzunterstützende Wirkung), Cumarine, Spuren von ätherischem Öl und cyanogenen Glykosiden
Verwendung: Die Pflanze wurde von Forschern untersucht und bereits im 17. Jahrhundert wurde erstmals festgestellt, dass das Kraut bei Schlafstörungen hilft. Seit dem 19. Jahrhundert findet die hübsche Blüte Anwendung als offizielles Heilmittel.
 
Kaffee in homöopathischen Dosen
Inhaltsstoffe:  Coffein, Chlorogensäure, Trigonellin
Verwendung:  Bereits im frühen 20. Jahrhundert wurde der Kaffee in homöopathischer Dosis bei Schlaflosigkeit und Hysterie verschrieben. In ungerösteter Form hingegen wurde er gemeinsam mit Zitronensaft erfolgreich bei Wechselfieber eingesetzt. Ein Arzt beschrieb den rohen Kaffee als tonisch und nährend. Andere schätzten ihn wegen seiner verdauungsfördernden Wirkung.

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