Das turnt uns an!

Die besten Tipps der Sexualmedizinerin

Dr. Elia Bragagna verrät, wie Sie Ihre Lust steigern. Plus: die 10 besten Aphrodisiaka!

Sie will Zärtlichkeit, er nur Sex. Während sich beide zu Beginn der Beziehung in scheinbar jeder Sache einig waren, ist das heute anders. Beide fühlen sich missverstanden – die Luft ist aus der Beziehung scheinbar raus, die Lust im Keller. „Meist beginnen beide Partner nach der ersten Phase des Verliebtseins in ihre ursprünglichen Muster zurückzukehren – der wieder einkehrende Alltag beginnt den Fokus zu verändern. Alle Beteiligten fühlen sich auf der Strecke gelassen“, kennt Sexualmedizinerin Dr. Elia Bragagna den Hauptgrund für sexuelle Lustlosigkeit. Erst weit nach dem psychosozialen Faktor, der mangelnden Kommunikation, Druck und der gesellschaftlichen, medial erzeugten Erwartungshaltung an die Sexualität der Frau, werden körperliche Gründe oder hormonelle Faktoren als Lustkiller genannt. Doch ganz egal, welchen Grund die Flaute im Bett hat: Dr. Elia Bragagna verrät, wie Sie frischen Wind in Ihre Segel bringen und wieder voll auf Ihre Kosten kommen. Eines vorneweg: „Je befriedigter ich lebe, desto befriedigter bin ich und desto mehr befriedigt mich auch meine Beziehung. Denn für seine sexuelle Befriedigung ist jeder selbst verantwortlich, nicht der Partner. Nur wer sich selbst kennt, kann kommunizieren, was einem genau gefällt!“

Frust statt Lust – was steckt hinter dem Libidoverlust?

Dr. Elia Bragagna: Die Hauptkomponente für funktionierende Sexualität innerhalb einer Beziehung ist der zwischenmenschliche ­Umgang. Meist beginnen beide Partner nach der ersten Phase des Verliebtseins, in ihre ­ursprünglichen Muster zurückzukehren – der wieder einkehrende Alltag beginnt, den Fokus zu verändern. Beide fühlen sich auf der Strecke gelassen: Sie sehnt sich nach Zärtlichkeit, er nach Sexualität. Erst weit nach dem psycho­sozialen Faktor, Druck und der gesellschaftlichen, medial erzeugten Erwartungshaltung an die Sexualität der Frau werden körperliche Gründe oder hormonelle Faktoren als Lustkiller genannt.

Gibt es geschlechtsspezifische Libido-Unterschiede?

Dr. Bragagna: Während die Lust, die Libido, der Männer, zumindest die der meisten, impulsgesteuert funktioniert – sie verspüren Lust und folgen ihr –, läuft das Ganze bei Frauen wesentlich komplexer ab. Sie erleben die impulsive Lust meist nur während der ersten Phase des Verliebtseins und rund um den Eisprung. Meist sind es andere Gründe, warum sie eigentlich Sex haben und das Gehirn dafür bereit ist, Lust zu empfinden. Hauptmotivation für viele Frauen ist Zuneigung.

Die wohl wichtigste Frage: Was können wir gegen Libido-Verlust tun?

Dr. Bragagna: Zurückschalten! Nur wer Ruhephasen einlegt und die alltägliche Spannung reduziert, kann Impulse wahrnehmen, sich daran erfreuen und seine Lust steigern. Fakt ist zudem, je befriedigter ich lebe, desto befriedigter bin ich und desto mehr befriedigt mich auch meine Beziehung. Und nehmen Sie sich Zeit – Sex ist, vor allem für die Frau, weit mehr als nur rein und raus.

Sanfte Hilfe versprechen Aphrodisiaka – was ist dran?

Dr. Bragagna: Ich bin überzeugt, dass Aphrodisiaka wie Maca und Damiana in bestimmten Fällen helfen und bin dafür, dass wir sie nutzen. Bleibt das Libidotief aber bestehen, sollte ein Arzt zur Abklärung etwaiger medizinischer Ursachen konsultiert werden. Der nächste Schritt ist die Sexualtherapie.

Aphrodisiaka: Sanfte Hilfe

Kennen Sie das Sprichwort „Gegen jedes Übel ist ein Kraut gewachsen“? – Auch gegen ein temporäres Lusttief! „Wir kennen die Heilkraft der Pflanzen aus vielen anderen Bereichen“, so die Expertin. Wie der altbewährte Thymian zur Schleimlösung im Zuge einer Bronchitis, weiß die Menschheit seit Jahrtausenden von Pflanzen, die unsere Libido befeuern. „Genauso verhält es sich bei Ginkgo, Maca und Damiana – ihnen wird eine luststeigernde Wirkung nachgesagt. Ich bin überzeugt, dass Aphro­disiaka, wenn auch nicht bei jedem gleich, in bestimmten Fällen helfen und bin dafür, dass wir sie nutzen.“ Bleibt das Libidotief aber dennoch bestehen, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden, um etwaige medizinische Ursachen abzuklären. Der nächste Schritt ist die Sexualtherapie.
Gehen Sie entspannt an die Sache heran und vermeiden Sie Druck. Denn der wirkt bekanntlich kontraproduktiv und Sex soll ja schließlich Spaß machen. Und zwar ihm und ihr!

Ginkgo Biloba

Gerade in der Männerwelt ist der Ginkgo Biloba eines der beliebtesten Aphrodisiaka. Seine Wirkung ähnelt der des wohl bekanntesten Potenzmittels überhaupt: Viagra. Die untersuchten Wirkstoffe der Pflanze haben eine Gefäßdilation (Weitstellung) zur Folge. Heißt so viel wie: Die Organe im Körper werden besser mit Blut versorgt – so auch im Genitalbereich. Experten raten von der zeitgleichen Einnahme mit blutverdünnenden Medikamenten ab: Sonst kann es zu Kopfschmerzen kommen.

Vanille

Bereits im Zeitalter der Azteken schwor man auf die kleinen Wunderschoten. Der Duft der Vanille wirkt ähnlich wie Pheromone – unterbewusst. Wer sich erhofft, nach Mutters geliebtem Vanillepudding plötzlich Feuer und Flamme zu sein, der wird enttäuscht – ohne zusätzliche Erregung durch den Partner geht nichts. Vanille wirkt entzündungshemmend und kann bedingt die Lust steigern. Eine Massage mit Vanille-Öl wirkt Wunder!

Maca-Wurzel

Die in den peruanischen Anden beheimatete Maca-Wurzel ist ein wahres Allround-Talent: Ob bei Libidomangel, ­erektiler Dysfunktion oder den Symptomen der Wechseljahre – das Extrakt der Superfood-Wurzel soll helfen. Außerdem führt der Genuss des Pflanzenextrakts zu einer verbesserten Durchblutung – Nebenwirkungen sind keine bekannt. Eine wahre Wunderwurzel!

Muskatnuss

Diese Nuss hat es echt in sich! Ihr Hauptwirkstoff heißt Myristicin und feuert die Libido so richtig an. Eine Prise in den Tee oder Kaffee gerieben oder das Abendessen damit verfeinern, und ab geht die Post! Vorausgesetzt, der Partner macht mit. Vorsicht: Nicht überdosieren – in höheren Dosen können die Wirkstoffe eine unschöne, berauschende Wirkung erzielen!

Zimt

Wissenschaftliche Studien belegen, dass durch den Verzehr von Zimt die Produktion körpereigener Pheromone angeregt wird – funktioniert bei Frauen und Männern. Diese haben zur Folge, dass Sie Ihren Partner „besser riechen“ können. Achtung: Es könnte auch sein, dass die Lockstoffe Ihres Gegenübers genau das Gegenteil bei Ihnen erzielen und eine abstoßende Wirkung haben. Keine Sorge, bei Weihnachtskeksen können Sie ruhig zugreifen – die Zimtmenge ist zu gering.

Kakao

Schokolade macht nicht nur glücklich, sondern definitiv auch Lust auf mehr. Als Basis für Schokolade verwendet, enthält die Kakaobohne Theobromin, Koffein und das chemische Aphrodisiakum Phenylethylamin. Es wird seit Jahrhunderten als sexuelles Stimulans verwendet – aztekische Prostituierte wurden sogar mit Kakaobohnen bezahlt.

Scharfmacher

Scharf macht, was scharf ist! Ob das im Chili enthaltene Alkaloid Capsaicin, das Piperin im Pfeffer oder die scharfen Inhaltsstoffe der Ingwerknolle – sie alle wirken auf ähnliche Art und Weise. Denn Schärfe hat auf den Organismus eine allgemein anregende und stärkende Wirkung. Außerdem führt die Schärfe zu einer Reizung der Schleimhäute und damit zu einer stärkeren Durchblutung – auch im Genitalbereich, was wiederum ein intensiveres Sexerlebnis garantiert und das Sexualverlangen ankurbelt.

Ginseng

Ginseng ist eines der bekanntesten natürlichen Aphrodisiaka. Hierbei handelt es sich um eine asiatische Wurzel, die traditionell als Tonikum verwendet wird. Ihr wird nachgesagt, bei längerem Gebrauch sehr effektiv bei der Steigerung der sexuellen Lust zu sein – vor allem bei Frauen. In den USA ist die Wunderwurzel das ­meistverkaufte Aphrodisiakum.

Damiana

Schon die Maya schworen darauf: Damiana – ein wahres Wunderkraut. Ob geraucht, als Räucherstäbchen verwendet oder in Form von Extrakten getrunken, wird dem Kraut eine leistungssteigernde Wirkung nachgesagt. Außerdem soll es zu einem gewaltigen Anstieg der Libido kommen und auch eine vermehrte Durchblutung des Unterleibs wurde beobachtet. Auch bei Asthma und Depressionen wird das Kraut erfolgreich eingesetzt. Nichts wie los – das Kraut ist also das ideale Aphrodisiakum: Es heizt so richtig ein und sorgt für genügend Ausdauer im Bett!

Austern

Kalium, Phosphor, Natrium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Kupfer und dazu die Vitamine A, B, D und E: Austern sind wahre Mineralstoff-und Vitaminbomben. Die aphrodisierende Wirkung wird dem Zink zugeschrieben – da die Testosteronproduktion angeregt wird. PS für Jungs: Mit jeder Ejakulation werden 5 mg Zink verschleudert, 10 g Austern gleichen das aus.

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