Anti-Stress-Strategie

Raus aus der Burnout-Falle

Lassen Sie es nicht bis zur völligen Ausgebranntheit kommen – Prävention ist immer besser als Kurieren. So beugen Sie vor, bevor die Falle zuschnappt!

Urlaubszeit bedeutet nicht für alle entspanntes Zurücklehnen: In vielen Berufen muss das vermeintlich entspannte „Sommerloch“ mit reichlich Arbeit gefüllt werden – mit der der Kollegen nämlich, die jetzt urlaubsbedingt vermehrt ausfallen. Da das Pensum in vielen Fällen nicht „liegen bleiben“ kann, muss es von anderen aufgefangen werden. Das Resultat: Stress. Da Arbeitnehmer im ­heutigen Berufsalltag oft ohnehin schon unter großer Belastung stehen, kann das große Probleme verursachen. Doch auch ohne Urlaubszeit-Zuspitzung leben viele Erwerbstätige dauerhaft an der Belastungsgrenze. Die Diagnose Burnout wird vor allem in Industriestaaten immer häufiger gestellt. Experten warnen wiederholt vor der schleichenden Entwicklung der Krankheit und verdeutlichen, wie wichtig es ist, auf Warnsignale des Körpers und der Psyche zu reagieren.
 
Häufige Risiko-Faktoren
Arbeitsdruck
Der Beruf ist in Zeiten der Leistungsorientiertheit zu einem großen Stressfaktor geworden. Schuld an der Misere kann eine zu hohe Anforderung an die Mitarbeiter sein, jedoch können auch Ihre persönlichen Motive übermäßigen Stress erzeugen, wo keiner sein müsste: Hohe Leistungsbereitschaft und überdurchschnittliches Engagement, dazu ein Hang zum Perfektionismus und ein großes Harmoniebedürfnis? Diese ­Mischung macht Sie besonders stress- und damit burnoutanfällig.
 
Doppelbelastung
Wer berufstätig ist und gleichzeitig für eine Familie sorgt, steht unter doppelter Belastung. Viele Betroffene sprechen von „funktionieren müssen“, da sonst ein Lebensbereich stark leiden würde.
 
Pflege-Verantwortung
Hohe Burnout-Gefährdung ist auch bei jenen gegeben, die sich um pflegebedürftige Menschen kümmern. Diese Arbeit wird oft (v. a. bei Familienangehörigen) nicht entlohnt, gleichzeitig kann die passende Versorgung große Kosten verursachen und emotional sehr schwierig sein. Auch jene Menschen in Pflegeberufen – oder solchen, in denen sie sozialen Extremsituationen ausgesetzt sind – sind häufig betroffen.
 
Warnsignale erkennen
Eine Vielzahl an Anzeichen kann auf erhöhten Stress und ein drohendes Burn­out-Syndrom hindeuten: Der Körper reagiert etwa mit Energiemangel, Schlafstörungen, Panikattacken, Tinnitus, Infektanfälligkeit (z. B. Erkältungen, Herpes-Ausbrüche), Kopfschmerzen und Migräne, Beschwerden im Magen-Darm-Trakt (z. B. Durchfall oder Verstopfung), erhöhtem Puls, Schwindel und nervösen Reaktionen wie beispielsweise Zucken des Augenlids. Der Geist zeigt etwa durch Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Verwirrtheit, Fehleranfälligkeit und Lethargie an, dass er überlastet ist. Auch emotionale und soziale Warnsignale können eintreten: Sind Sie oft nervös oder gereizt, fühlen Sie sich nur wenig belastbar, ungeduldig, frustriert, abgestumpft, leicht depressiv oder widerwillig, so könnten Sie schon auf halbem Weg ins Burnout steuern. Verstärkter Koffein- oder Drogenkonsum (Rauchen, Trinken etc.) deuten ebenfalls auf ein Problem hin, dem Sie sich dringend widmen sollten. Viele Risikogruppen zeigen neben genannten Symptomen auch eine Veränderung im Sozialverhalten: An die Stelle von Unternehmungslust ist das Meiden anderer Menschen und zunehmende Isolation getreten. Kommunikation wird als mühselig empfunden, Konflikte werden nicht oder nur schlecht bewältigt. Fühlen Sie sich durch mehrere der genannten Symptome angesprochen, ist es Zeit, zu handeln! Erster Punkt Ihres Anti-Stress-Programms: Zeit- und Energieräuber erkennen und radikal minimieren!

Energieräuber ausschalten
Ausgangspunkt von zu viel Stress ist oftmals nicht fehlende Zeit, vielmehr wird die vorhandene Zeit nicht ideal genutzt. Völlig unbewusst lassen wir zu, dass uns Dinge die Zeit rauben, die es nicht wert sind. Nehmen Sie Ihren Tagesablauf unter die Lupe: Wie viele Stunden Ihres Arbeitstags verbringen Sie mit der tatsächlichen Erledigung Ihrer wichtigsten Aufgaben? Wie oft lassen Sie sich etwa von unwichtigen Randbeschäftigungen ablenken oder schauen auf Ihr Handy? Wenn Sie die erste Tageshälfte ineffizient sind, dann ist es nur eine logische Folge, dass die zweite Hälfte stressig wird und Sie Ihr Pensum kaum bewerkstelligen. Unorganisiertheit und mangelnde Prioritätensetzung führen als zwei Hauptgründe dazu, dass wir unsere Ressourcen unvorteilhaft einsetzen, und in der Folge zu Stress. Auch fehlendes Delegieren, Unentschlossenheit und zeitraubende Bekanntschaften können mitschuld an unserem Dilemma sein. Die gute Nachricht: Haben Sie das Problem erst erkannt, können Sie gezielte, positive Schritte setzen – für mehr Effizienz und für mehr entspannenden Ausgleich. Unseren Bunrout-Test finden Sie am Montag in der neuen Ausgabe von Gesund & Fit
 
Burnout-Vorsorge im Alltag
Stress ist das gesundheitliche Ungetüm unserer Zeit. Es gibt kaum eine Erkrankung, die nicht durch übermäßigen Stress begünstigt wird. Maßnahmen setzen Sie, indem Sie auf sich achten – und zwar vor allem anderen. Damit Sie nicht im Stress ertrinken und Ihr Körper nicht die Notbremse namens Burnout-Syndrom ziehen muss, ist es wichtig, Ihr Leben in Einklang zu bringen: Beginnen Sie damit, Stressfaktoren im Berufs- und Privatleben zu reduzieren. Das kann so einfach sein wie unnötige Besprechungen abzusagen, für besseres Zeitmanagement zu sorgen, zusätzliche Aufgaben auch mal abzulehnen und Menschen, die Ihnen die Energie und Zeit rauben, auf mehr Distanz zu halten. Daneben ist es wichtig, den Körper gesund und beweglich zu halten: ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, reichlich Schlaf und regelmäßiger Sport sind essenziell für das Wohlbefinden. Schalten Sie einen Gang zurück, und achten Sie auf sich! Wir versorgen Sie mit den passenden Tipps dazu.
 
So kehrt die Balance zurück
✏ Zeitmanagement
1. Lernen Sie, effizienter zu werden. Damit ist nicht gemeint, dass Sie noch mehr Platz für Arbeit schaffen sollten, im Gegenteil: Aufgaben besser einteilen und klarer organisieren, damit mehr Zeit für anderes bleibt. 2. Auch effektiv: Planen Sie Meetings nicht über den Tag verstreut ein, sondern blocken Sie sie wenn möglich. So gewinnen Sie wertvolle Zeitfenster, in denen Sie konzentriert arbeiten können, anstatt immer wieder unterbrochen zu werden. 3. Strukturieren Sie Ihren Tag nach Vorhaben! 
 
✏ Prioritäten setzen
Lernen Sie, wichtigen Dingen Ihre Hauptaufmerksamkeit zu schenken. Oft stehlen uns viele unwichtige Dinge wertvolle Zeit und treiben uns in die Fänge des Stresses. Z. B.: Verschieben Sie die Beantwortung privater Messages auf die U-Bahn-Fahrt, surfen Sie nur zwei Nachrichtenportale anstatt fünf an und halten Sie Rauchpausen kurz – stattdessen lieber Zeit für die Mittagspause nehmen. 

✏ Erholung im Alltag
Auch wenn es Job, Familie & Co. nur schwer zulassen: Nehmen Sie sich bewusste Auszeiten, in denen Sie Ihren Hobbys nachgehen oder einfach nur Relaxen. Regelmäßiger Ausgleich ist enorm wichtig für die Gesundheit. 
 
✏ Gesunde Ernährung
Das Zuführen hochwertiger, nährstoffreicher Kost hält Körper und Geist in Topform: Nicht nur für die ­Belastungs- und Leistungsfähigkeit, auch für das allgemeine Wohlbefinden ist gesunde Ernährung wichtig. 
 
✏ Bewegung
Regelmäßiger Sport hält uns nicht nur fit, sondern ist auch wichtiger Teil des Anti-Stress-Programms. Bewegung reduziert nachweislich Stress und ­Anspannung uns setzt Hormone frei, die uns glücklich machen. Finden Sie Ihren Lieblingssport und nehmen Sie sich regelmäßig Zeit dafür! 

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