Borderline-Syndrom

Alles über Borderline.

Borderline ist eine psychische Erkrankung, bei der sich Erkrankte im Grenzbereich zwischen Neurose und Psychose bewegen und Emotionen kaum kontrollieren können. Sie äußert sich durch eine auffällig instabile Gefühlslage und selbstgefährdendes Verhalten.

Symptome
Borderline-Patienten haben Phasen starker Erregung, in denen es zu Wutanfällen, Angst und Verzweiflung kommt. Dazu zeigt sich selbstgefährdendes Verhalten, bei dem viele Patienten sich selbst verletzen und sich Schnittwunden zufügen, Drogen konsumieren, zu schnell Auto fahren oder Geld verspielen. Die Angst verlassen zu werden spielt bei Ekrankten häufig eine große Rolle, was dazu führt, dass intensive, jedoch oft wechselnde Beziehungen eingegangen werden. Drohungen mit Selbstmord kommen oft als Druckmittel zum Einsatz, um nicht verlassen zu werden. Die Instabilität der Gefühlslage im Bezug auf sich selbst zeigt sich bei Patienten vor allem auch durch ständig neue Berufswünsche oder Wertvorstellungen.

Oft sehen sich Borderline-Patienten als "böse" oder "sündig", besonders bei gescheiterten Beziehungen verstärkt sich das Gefühl gar nicht zu existieren. Häufig verspüren Erkrankte ein Gefühl innerer Leere, welches sie mit Selbstverstümmelung füllen um "sich wieder zu spüren". Sie leiden überwiegend unter einem quälenden Gefühl und suchen ständig nach Beschäftigung.

Ursachen
Traumatische Erfahungen in der Kindheit oder sexuelle und körperliche  Missbrauchserfahrungen kommen als Ursache für die Krankheit infrage. Psychoanalytiker gehen daovn aus, dass es sich um eine sogenannte Frühstörung handelt, bei der Betroffene noch nach Strukturen und Denkmustern aus der Kindheit leben. Nicht bei allen Borderline-Patienten sind Missbrauchserfahrungen bekannt, bei allen jedoch kommt es vor, dass man Menschen aus dem Umfeld als "vollkommen gut" oder "vollkommen böse" erlebt.

Diagnose
Fünf der folgenden Kirterien müssen zutrefen, um eine Diagnose stellen zu können:

  • Patienten haben große Angst vor dem Verlassenwerden und bemühen sich intensiv darum das zu verhindern
  • instabile, zwischenmenschliche Beziehungen mit häufigem Wechsel, Idealisierung und gleichzeitige Abwertung der Partner
  • instabiles Selbstbild
  • starke Impulsivität mit selbstschädigendem Ausmaß (Drogenmissbrauch, Essstörungen)
  • Selbstverletzung/Selbstmordgedanken/ Drohungen mit Selbstmord
  • andauerndes Gefühl innerer Leere
  • heftige Wutausbrüche
  • paranoide Vorstellungen oder Gefühle wie Selbstentfremdung

Therapie
Eine Therapie ist häufig für Patient und Arzt schwierig, da Betroffene wie in anderen zwischenmenschlichen Beziehungen den Arzt oft idealisieren und abwerten. Häufig kommt es zu einem Wechsel der Therapeuten, wie auch bei Partnern. Mit der in den 80er-Jahren entwickelten dialektisch-behavioralen Therapie (DBT) kann die Persönlichkeitsstörung therapiert werden.

In der Vorbereitungsphase wird mit dem Patienten ausführlich über die Therapie und eventuelle frühere Therapieabbrüche gesprochen, in der ersten Therapiephase stehen die problematischen Verhaltensweisen im Vordergrund, die mit verschiedenen Techniken verbessert werden können. Erst in der zweiten Therapiephase kommt es zur Behandlung traumatischer Erlebnisse. In der dritten Phase wird versucht Patienten die tägliche Lebensgestaltung mit den erlernten Techniken zu erleichtern und ihre Selbstachtung zu steigern.

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