Schuh-Knowhow zur Jogging-Saison

Ab wann braucht man neue Laufschuhe?

Schmerzen und Überlastung: Was der falsche Schuh alles anrichten kann.

Mit dem Beginn der Laufsaison beginnt auch der Run auf die Fachgeschäfte. Experten gehen davon aus, dass Millionen Menschen die falschen Laufschuhe tragen. Die Folgen sind Schmerzen und meist ein Läuferknie. Während man bei der Kleidung zunächst durchaus auf weniger Qualität setzen kann, appellieren Fachleute auf den für den Läufer zugeschnittenen Schuh.

Die Folgen des falschen Laufschuhs

"Der Schuh ist die einzige Kontaktfläche zwischen Fuß und Asphalt, er soll wie ein Polster wirken", sagte Sportmediziner Robert Fritz im APA-Gespräch. Immerhin muss der Laufschuh das Sechsfache an Körpergewicht abfedern können. Doch Achtung: Zuviel Dämpfung kann genauso böse Folgen haben wie ein alter, abgelatschter Schuh. "Eine leichte, zarte Läuferin wird mit einem Laufschuh mit extremer Dämpfung keine Freude haben und sich bei ihrem Training schwertun", erklärte Fritz.

Für Leichtgewichter ist eine extreme Dämpfung eher ein Hindernis. "Zuviel Technik ist nicht für jeden gut", sagte der Mediziner der Wiener Sportordination. Der Schuh wird schwerer, das Laufen mühsamer, als es sein muss. Ebenso wenig wird ein 90 Kilogramm schwerer Mann ohne Dämpfung den harten Asphalt an seinen Gelenken unangenehm zu spüren bekommen.

Ob der Schuh einen neutralen Halt hat oder stabil sein soll, entscheidet die Haltung. Ein neutraler Schuh eignet sich für Läufer mit Normalfuß bzw. jene, die eine Unterpronation haben. Hier knickt der Fuß zu wenig ein und das Abrollen erfolgt an der Außenseite des Schuhs. Bei stabilen Laufschuhen können Fußfehlstellungen und Überpronationen ausgeglichen werden. Dabei knickt der Fuß beim Aufsetzen zu stark nach innen. Durch eine spezielle Stabilisierung werden der Fersenteil und das Material auf der Innenseite gestärkt, um den Mittelfußbereich zu stützen. Auch Läufer mit kräftigerer Statur profitieren von diesen Stabilisierungen.

Die Folgen des falschen Laufschuhs sind mannigfaltig und schmerzhaft: Läuferknie, Achillessehnenentzündung, Schienbeinvorderkantensyndrom oder Fußsohlenentzündung. "Wenn Probleme auftreten, sollte ich mich fragen, was ich in letzter Zeit anders gemacht habe. Neuer Laufschuh, andere Strecke, Umfänge gesteigert, Intensität oder Regeneration geändert", sagte Fritz. Hinzu kommen, dass Überlastung nicht nur durch den Schuh und Intensitätserhöhung kommen, sondern auch durch das fehlende Training von Kraft und Stabilisation, die bei den meisten zu wenig Beachtung finden.

Wenn der Läufer allerdings einen für ihn geeigneten Schuh gefunden hat, sollte er nicht mehr viel herumexperimentieren, sagte Sportmediziner Fritz. "Never change a winning team", meinte er. "Ich laufe auch immer dasselbe Modell", sagte der begeisterte Triathlet.

Neues Paar Laufschuhe ab 500 Kilometern

Wer beim Lauftraining bereits 500 Kilometer absolviert hat, sollte sich bereits über einen neuen Schuh Gedanken machen. Spätestens nach bewältigten 700 bis 800 Kilometern ist ein neues Paar notwendig, rät Andreas Schnabl, Organisator des Frauenlaufs in Wien. Für den Experten, der auch ein Geschäft speziell für Frauenlaufsport hat, ist die Schuhberatung der wesentlichste Part. "Wenn ich in der U-Bahn Menschen mit ausgelatschten Schuhen sehe, wo der Fuß bereits neben der Sohle geht, würde ich am liebsten was sagen", erzählte Schnabl. "Der falsche Schuh unterstützt das orthopädische Problem, das ich eh schon habe."

Meist spürt man die Schmerzen aufgrund falscher Schuhe zu allererst im Knie. Und das aufgrund dessen, weil die Muskulatur zu wenig ausgeprägt ist. "Kinder bewegen sich heutzutage viel zu wenig", kritisierte Schnabl. Und das setzt sich dann im Erwachsenenalter fort.

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